Reformation 2017 in den Kirchenkreisen Aachen . Jülich . Gladbach-Neuss . Krefeld-Viersen

Wortvolle Welt

Alles wird mit dem Wort.
„Werde!“ wird Welt.
Welt ist aus Wort geworden.
Welt ist aus Worten geworten.
Welt ist Wort.

Jesus Christus ist das menschgewordene Wort Gottes, das in die Welt gekommen ist, um ihr Sprache zu geben. Und wenn er wirklich ein Wort ist, das man auch sprechen kann, dann muss es ein UND sein. Weil ein UND verbindet, was zusammengehört. Und auch alles, was nicht zusammengehört. Das UND verbindet Männer und Frauen, Kinder und Senioren, Flüchtlinge und Helfer, Erzieher und Bundeskanzlerin, Polizistin und Hausfrau, Soldaten und Friedensaktivisten. Das UND streckt nach rechts und links seine Arme aus und verbindet. Ja, Jesus muss ein UND (+) sein. Im Kreuz verbinden sich oben und unten, Himmel und Erde. Im Kreuz verbinden sich rechts und links die Menschen untereinander. Jesus muss ein UND sein.

Dann lese ich die Bibel so:
Am Anfang war das UND und das UND war bei Gott und Gott war das UND.
Und das UND ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit.
Es versammelten sich viele in dem Haus, so dass kein Platz war drinnen und draußen, und er sagte ihnen das UND.
Und sie sprachen: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast UNDe des ewigen Lebens.
Und er sprach: Wenn ihr bleiben werdet an meinem UND, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger. Wer mein UND hält, der wird den Tod nicht sehen in Ewigkeit. Und er redete das UND frei und offen.

Und weiter: Lasst uns nicht lieben mit UNDen, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit. Und: Alles, was ihr tut mit UNDen und mit Werken, das tut im Namen des Herrn Jesus Christus… Denn Gott spricht: So soll auch das UND sein, das von meinem Mund ausgeht, es soll nicht wieder leer zu mir zurückkehren, sondern soll tun, was mir gefällt…

Ja, so macht es Sinn: Weil Gott in Christus unter uns aufgerichtet hat das UND von der Versöhnung;
weil das Gras verdorrt und die Blume auf dem Feld verwelkt, aber des Herrn  UND bleibt in Ewigkeit, deshalb werde ich nicht müde, in diesen dunklen Tagen zu singen: Gottes UND ist wie Licht in der Nacht. Und ich werde nicht müde zu beten: Es ist kein UND auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht schon wüsstest. Sprich nur ein UND und meine Seele wird wieder gesund.

Also sage ich UND in diesen Tagen.
Und ich sage noch zwei andere Worte.
Das eine ist: NEIN.
Nein zu Angst und Hass.
Nein zu respektlosem Umgang mit anderen Menschen.
Nein zu kalten Schultern und versteinerten Herzen.
Nein zu Hetze und Terror.
Nein zu Misstrauen.
Nein zu lebensverachtendem Verhalten.

Das andere Wort ist: JA.
Ja zum Erinnern.
Ja zu Geschichte.
Ja zum Frieden.
Ja zu mehr Solidarität und Respekt und Toleranz.
Ja zum Händereichen.
Ja zur Liebe, zu mehr Lachen.
Ja zum Leben.
Ja zu Vertrauen.
Ja zu mehr Kerzen in den Fenstern.
Ja zu mehr Fragen, Liedern, Gebeten.
Ja zu „erzähl mir deine Geschichte“.

Gottes Wort kehrt nicht wieder leer zu ihm zurück. Seine Welt ist wortvoll.

Pfarrerin Friederike Lambrich

Foto: Yamel Photography
Foto: Yamel Photography

Gottes Wort
kehrt nicht wieder leer
zu ihm zurück. Jesaja 55

Pfarrerin Friederike Lambrich

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